Moin! Willkommen bei ABACUS!

Aktualisiert: 21. Juli 2017

ABACUS

ABACUS electronics

ABACUS macht vieles anders... Und vieles deutet darauf hin - ABACUS macht's richtig.

ABACUS sieht sich nicht als typischer High-End-Hersteller. Audio-Produkte werden auf rein physikalischer Grundlage entwickelt. Fragwürdige Schauplätze, Märchen, Wunder und Voodoo werden nicht bedient. Technologisch ist ABACUS ganz vorne. Die Maxime lautet: ehrliche und solide Produkte zu fairen Preisen; alles handgemacht in Deutschland.

Wer etwas anders macht, sollte das begründen. Auf diesen Seiten soll alles erklärt werden, gründlich und verständlich, (möglichst) floskelfrei und ohne Werbesprüche.

ABACUS hat Lösungen für viele Probleme. Voodoo gibt's nicht, alles reine Physik.

Etwas Unternehmensgeschichte:

ABACUS electronics ist aus der Firma AUDIO PRO Deutschland GmbH hervorgegangen. ABACUS entwickelt seit 1983 Industrieelektronik. d.h. Mess- und Regeltechnik, Energie- und Analogelektronik, Elektromechanik und Elektroakustik.

Aber das Thema Audiotechnik ist bei ABACUS Leidenschaft.

ABACUS hat Schaltungen entwickelt, die der Audioszene neue Möglichkeiten eröffnen. Die ABACUS-Technik bricht hier und da mit der Tradition. Wie und was ABACUS macht ist aber kein Geheimnis. Auf diesen Seiten wird (fast) alles erklärt - an verschiedenen Stellen und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Vorkenntnisse.

Karl-Heinz Sonder

Geschäftsführer

 


 

20.11.2013 - Besuchsbericht von Jörg Dames:

fairaudio-Interview mit Karl-Heinz Sonder von Abacus electronics

(Das vollständige Original - bitte bei fairaudio nachlesen!)

fairaudio: Kein Twen mehr - Abacus feierte dieses Jahr seinen Dreißigsten. Wie ging's eigentlich los damals in den wilden 80ern?

Karl-Heinz Sonder: 1983 ging's los. Angefangen hat's als AUDIO PRO Deutschland GmbH, eine autonome deutsche Tochter der AUDIO PRO AB in Schweden. Die gibt's längst nicht mehr, aber alte HiFi-Hasen erinnern sich an die legendären Aktivlautsprecher, die A4-14 und die Subwoofer, besonders den B2-50. Aber selber was bauen, eigene Produkte? – Kein Gedanke.

Wenn Sie an die damalige HiFi-Welt denken, mal ganz spontan aus dem Bauch heraus: Was hat sich für Sie beziehungsweise Abacus seitdem hauptsächlich verändert, was sind die entscheidendsten Entwicklungen? Klar, es gab noch keine Onlinemagazine und deren Redakteure, die komische Fragen stellen ...

Damals - auf jedem Dorf gab es 'nen Hifi-Laden, mindestens einen, und darin Freakverkäufer mit großen Herzen und ganz viel Ahnung. Der kaufmännische Hintergrund war eher nicht so ausgeprägt. Um es kurz zu machen - es kamen die Blöd- und Geizmärkte und neue Vertriebsformen machten das Rennen. Die Kleinen blieben dabei auf der Strecke.

Im Zusammenhang mit Abacus fällt ja häufig auch der Name Rieder. Wie ist dieser Name denn in die Abacus'sche Historie und Produktwelt einzuordnen?

Jochen Rieder. Ende 1983, im Winter, ziemlich spät schon - das Telefon klingelt. Ich wollte gerade nach Hause, nahm aber - wie es sich gehört - trotzdem ab. Und wieder mal war einer dran, der einen Verstärker erfunden hat, der alles in den Schatten stellt, was es bisher zu hören gab. Das gab's damals öfter, die Story kannte ich schon. Wieder so einer ...

Aber immer höflich - wenigstens fragen kann man ja mal: „Und wie machen Sie das?“ Da erklärt der Mensch mir doch „meine“ Verstärkerschaltung, die ich Jahre vorher als Student nicht zum Funktionieren gebracht hatte, als ich mit der Besessenheit eines Weltverbesserers der Überzeugung war, alle Welt baue falsche Transistorverstärker und ich müsse allen zeigen wie es richtig geht. Kurz, ich habe monatelang mein ganzes Taschengeld verpulvert, weil die Transistoren immer schneller im Himmel waren als ich den Stecker ziehen konnte.

Vermeintlich wusste ich jetzt, warum die anderen alle „falsche“ Transistorverstärker bauten; wenn man's richtig macht, fliegt der in die Luft. Die Ursache war mir auch ganz klar: Dieser Verstärker ist zu schnell, so schnell, dass er sich selbst zerstört.

Und jetzt kommt dieser Mensch und will mir weismachen, dass es doch geht ... Was soll ich sagen? Wir haben uns verabredet. Am nächsten Tag kam Jochen Rieder, so hieß er, mit einer Holzkiste, wo er seinen Verstärker eingebaut hatte. Schnell meinen Lieblingslautsprecher dran. Und der tönte plötzlich in einer neuen Liga.

14 Tage später hatten wir gemeinsam fünf Verstärker-Prototypen zusammengeschustert. Die gingen an die Redaktionen der damals ziemlich wichtigen HiFi-Magazine. Und einer landete in der Redaktion „Der Spiegel“. Der Spiegel war damals noch so etwas wie die Verkörperung der Wahrheit. Und der schrieb, dieser neue deutsche Verstärker für unter 1.000 Mark töne besser als die zum Teil über 10.000 Mark teuren Boliden der Konkurrenz. Man habe einfach die Endtransistoren auf den Kopf gestellt; das sei das Geheimnis beim Abacus.

Ich hab' alle in dem Glauben gelassen, obwohl mir eigentlich klar war, dass nicht Abacus, sondern die anderen die Transistoren falschrum einlöten ... Das war dann wohl die Geburtsstunde von Abacus.

Für Entwicklung und Design zeichnet nach wie vor aber ausschließlich das Duo „Gründer-Vater & Sohn“ verantwortlich?

Nicht ganz richtig! Bei Abacus sind immer alle dabei. Allein drei Radio- und Fernseh-Meisterbriefe von gestandenen Kollegen hängen hier an der Wand. Diese Kompetenz und Erfahrung nicht zu nutzen, wäre doch bescheuert. Aber inzwischen unbestritten die Nummer eins im Abacus-Labor ist der Junior, mein Sohn Hanno. Kein Wunder, der konnte noch nicht laufen, da wusste er schon, an welcher Seite es am Lötkolben heiß ist.

Warum gab es eigentlich so lange kein richtig dickes High-End bei Abacus? Sagen Sie bloß nicht, dafür sind Sie eigentlich zu vernünftig ... :-) Der Ampollo war ein erster Fingerzeig, die Concerto Grosso machen mit einem Stückgewicht von fast 80 kg ihrem Namen wahrlich alle Ehre. Wie geht es in Sachen „dicke Dinger“ weiter, wird Abacus in Zukunft Yachten wie Roman Abramowitschs „Ecplise“ ausstatten?

Jeden Tag vernünftiges und bezahlbares HighEnd ausliefern, bringt mehr Spaß als mit Paradiesvögeln zu dealen. Aber „dickes HiFi“, wenn Abacus draufsteht, ist ja eigentlich immer noch vernünftig und bezahlbar. Wir haben uns lange geweigert, richtig dickes High-End-HiFi zu machen. Aber all die Jahre wurden viele Freunde nicht müde, uns zu ermuntern, doch mal was Fettes zu bauen. Irgendwann war der Widerstand gebrochen ... Das Ergebnis war dann der Ampollo. Und mal ehrlich – ist das nicht ein Prachtkerl?

Und nun die „Concerto Grosso“? Wo sie jetzt fertig ist und so schön musiziert - können Sie sich vorstellen, dass wir alle einen Mordsspaß haben und obendrein auch ein bisschen stolz sind?

Und was Abramowitsch betrifft und dessen mehr oder weniger christliche Seefahrt - wenn auf der schnuckligen Segelyacht meines Freundes Christian auf dem Helgoland-Turn Abacus C-Boxen musizieren, wäre ich am liebsten mit an Bord.

„Made in Germany“ ist ja ein vielstrapazierter Begriff, bisweilen beschreibt das ja nicht mehr als das Zusammenfriemeln von sonst wo in der Welt hergestellten Teilen und Baugruppen. Okay, durch den Firmenrundgang sind wir ja eh schon ein bisschen schlauer. Aber sagen Sie trotzdem doch noch einmal etwas dazu ...

Hilfe von draußen kommt von unserem Schreiner, der kennt sich sehr gut aus mit Holz und mit Lack. Und unser Mechaniker kommt gut mit Aluminium und anderen Metallen klar. Aber alles „Handmade in Germany“. Viele kleine Bauteile werden in Deutschland gar nicht mehr produziert. Aber alle Abacus-Produkte werden hier von A bis Z entwickelt und hergestellt - Leiterplatten werden von Hand bestückt und gelötet und auch sonst läuft hier alles in Handarbeit.

Wer sich über Technik näher informieren will, wird mittels Ihres Webauftrittes reich beliefert. Aber mal kurz und knapp: Was ist - in wenigen, möglichst auch für den technischen Laien verständlichen Worten erklärt - so besonders an Ihren in vielen Fan- und manchen Fachkreisen vielgerühmten Verstärkerschaltungen?

Dass hier vieles ganz anders funktioniert, erahnt man spätestens, wenn man sieht, dass bei Abacus immer alles aus den Kollektoren der Endtransistoren rauskommt. Üblich ist der Emitter-Ausgang. Aber nur der Kollektor arbeitet lastunabhängig. Eine direkte 100 %-Gegenkopplung stellt sicher, dass die Last - das ist bei Endstufen normalerweise ein Lautsprecher plus Kabel - die Signalspannung nicht verändern kann. Der Verstärker schiebt immer so viel Strom rein oder frisst ihn, dass die Ausgangsspannung absolut synchron mit dem Verstärkereingang bleibt. Damit ist eine Membranbewegung in Abweichung vom Signal nicht möglich - auch kein Nachschwingen. Auf Deutsch: Der Verstärker nimmt den Lautsprecher an die Stange. Und jegliche Abweichung der Membranbewegung vom Soll-Signal wird bereits in der Entstehung verhindert. Die perfekte Regelung.

Diese Schaltungstechnik kontrolliert nicht nur Lautsprecher, sondern funktioniert ebenso perfekt als Line-Ausgang, wo sonst Kabeleigenschaften und Eingangsbefilterungen im Folgegerät das Signal beeinflussen.

Da wir eh gerade ins Technische driften: Gegenkopplung, („guter“ und „schlechter“) Klirr, Dämpfungsfaktor, Bandbreite/Slewrate, Ausgangsleistung - darüber, was gutem Klang zu- oder abträglich ist, wird viel diskutiert. Sagen Sie uns doch mal was zu den genannten Merkmalen ...

Über HiFi wird viel diskutiert, oft auf Nebenschauplätzen und nicht selten an der Sache vorbei. Erfahrungen ersetzen dann Wissen. Und schnell ist die Branche um eine neue „Wahrheit“ reicher. Beispiel „Gegenkopplung“ - viele rümpfen schon beim Aussprechen der Vokabel die Nase. Die negativen Erfahrungen basieren aber nur auf herkömmlicher Schaltungstechnik. Bei Abacus ist nämlich 100 % Gegenkopplung drin. Weil die Gegenkopplung aber zeitgleich erfolgt, steht das Ausgangssignal unter absoluter Kontrolle, egal was da dranhängt - einschließlich Kabel.

Das beatwortet gleich zwei Fragen: Bei Abacus ist schaltungstechnisch bedingt wegen des praktisch unbegrenzten Dämpfungsfaktors der Klirr extrem gering. Die Ausgangsleistung ist je nach Bedarf konstruktionsgemäß größer oder geringer. Bei der Aktivelektronik der C-Box sind's zum Beispiel nur ein paar Watt; beim Ampollo werden 16 Endtransistoren zusammengeschaltet und verkraften theoretisch 100 Ampere pro Kanal.

Und die Bandbreite? - Quasi unbemerkt und eigentlich ohne Absicht machen die neuen Concerto-Grosso-Endstufen bei voller Leistung noch über 250 kHz. Aber eigentlich wichtig ist in diesem Zusammenhang eher die Geschwindigkeit, mit der ein Verstärker antreibt und abbremst. Und wenn man dies zur olympischen Disziplin ausriefe, wäre Gold für Abacus ziemlich sicher.

Okay, so viel zur Technik. Mal etwas ganz anderes: Definieren Sie sich nun eher als reiner Direktversender - so haben, glaube ich, jedenfalls viele den Eindruck - oder ist es auch Ziel, flächendeckend im Handel vertreten zu sein? Allzu häufig trifft man Abacus-Produkte in HiFi-Läden jedenfalls nicht an, würde ich mal behaupten ...

In den 80ern setzte das Sterben des klassischen HiFi-Fachhandels ein. Fast täglich machten welche zu. Um nicht auch von dem Strudel erfasst zu werden, musste Abacus auch direkt anbieten und gleichzeitig die Aufgaben des Fachhandels übernehmen. So haben wir uns ganz vorsichtig dem Direktvertrieb geöffnet. Die Idee, Testpakete bereitzustellen, wurde dankbar aufgenommen, als hätten alle nur drauf gewartet. Mit Beratung und Service ohne Limit hat sich Abacus eine gute Vertrauensbasis erarbeitet.

Heute ist der Kostenvorteil durch den Direktvertrieb längst in die Kalkulation eingeflossen. Die Preise werden kaum noch durch Vertriebskosten belastet. Wenn Abacus als vergleichsweise preiswert gilt, könnte dies der Grund sein. Eine tolle Partnerschaft pflegt Abacus aber nach wie vor mit einer kleinen Zahl erlesener Fachhändler. Sie fungieren als Werksvertretungen und sind eine kompetente Präsenz vor Ort. Dieses Vertriebssystem funktioniert prima und hat sich bestens eingespielt.

Zu guter Letzt: Wann kommt der erste Abacus-Röhrenverstärker? Die grundsätzliche Schaltungstopologie passt ja in Teilen schon.

Röhren? Sie meinen diese glimmenden Gaskolben? Spaß beiseite! Genau genommen hat der Abacus-Verstärker mehr Ähnlichkeit mit einem klassischen Röhrenverstärker als mit „normalen“ Transistorverstärkern. Aber der Abacus braucht keinen Ausgangstransformator und die Röhren können zwar Strom liefern, aber nicht fressen.

Man könnte sagen, erst der Abacus ist der legitime Nachfolger des Röhrenverstärkers. Denn erst hier werden die Vorteile von Röhre und Transistoren vermählt. Denken Sie nun, was Sie wollen! Nicht prinzipiell falsch liegen Sie, wenn Sie glauben, der Abacus sei ein Röhrenverstärker - nur eben mit Transistoren. Wenn's nur gut klingt ...

Danke fürs Gespräch, Herr Sonder!